Übernachtungsbedingung

‚Schlaf hier.“, sage ich und hebe meine Tasse langsam zum Mund als du diskret einen Blick auf deine Uhr wirfst. Ohne mein Sofa inspizierend anzusehen bemerkst du: „Das sieht nicht ausziehbar aus.“

„Mein Bett ist für zwei.“, ich nehme einen Schluck und bevor du mit Worten reagieren kannst, füge ich hinzu: „eine zweite Zahnbürste habe ich. Was du mit deiner Wäsche machst, muss ich nicht wissen.“. Du schmunzelst. „Okay. Gern.“

„Oh, eine Bedingung gibt es.“, so ruhig und ernst wie ich mich plötzlich fühle, wundere ich mich nur etwas, doch in deiner Gegenwart konnte ich nie wirklich anders als ich es fühle und so atme ich mich in dieses Vertrauen. „Die Wesen unter meinem Bett kenne ich, mit denen kann ich umgehen. Die halten meine Ruhezeiten gut genug ein. Aber die in mir – „Du läßt mir einige Augenblicke, um mehr dazu zu sagen, dann bietest du an: „Die müssen erst an mir vorbei.“

Als ich mich wenig später zu dir in mein Bett lege, ziehst du mich an dich, kaum daß ich mich zugedeckt und zu dir gedreht habe. Vielleicht eilig, da dich sonst der Mut verlassen hätte. Vermutlich ungeduldig, so tief, wie du eingeatmet hast als ich an deiner Brust vor Erleichterung um deine Sicherheit alles ausgeatmet habe. Um noch etwas mehr Schutz bittend, drücke ich mein Knie zwischen deine und du legst ein Bein um mich. Ich seufze schwer auf. Du atmest den Duft meiner Haare und dieses Abends ein und weißt, du überlebst ihn nicht. Morgen bist du ein anderer. Doch du weißt, du bist ihn mit mir, und das reicht dir.