Ideen & ihre Titelwünsche

Mit manchen Vorhaben, Wünschen und Ideen muss man hartnäckig sein, scheint mir. Ich wollte Kennlern-Geschichten (Sammlung oder Reihe) schreiben, doch trotz ungefährer Vorstellungen zu Struktur, Aufbau, Themen und Stimmung, wollte es ewig nicht greifbar werden. Immer wieder stand ich vor ihnen, sie mit vor der Brust verschränkten Armen, leicht geneigtem Kopf und einem Blick, der mir alles sagen sollte; doch ich hörte nichts.

Eine Weile dezent verzweifeltes Schreiben im Tagebuch und ein paar Kritzeleien zu meinen persönlichen Themen, Erfahrungen und Empfindungen später, schreibe ich das Eingeständnis, das mir kein neues ist und ich doch nach wie vor immer wieder unbemerkt zur Seite, halb hinter mich zu schieben schaffe wie etwas, das hoffentlich keiner gesehen hat.

Das Bewußtsein, daß ich am Leichtesten, Flüssigsten und Vollständigsten schreibe, wenn es meinen eigenen Erfahrungen und Empfindungen entspringt. Also notiere ich, was das in diesem Zusammenhang wäre. Denn, warum nicht? Durchstreichen, rausreißen und verbrennen kann ich es immernoch. Und so hänge ich Erinnerungen nach, verträumt lächelnd im Halbschatten der Nachmittagssonne. Mein Herz seufzt. Sehnsucht kühlt und wärmt mich zugleich.

Zwei alte Titel und entfernt ähnliche Ideen von vor bald 6 Jahren gesellen sich plötzlich zu mir. Beide sehen mich. Strahlen mich an. Auf jeweils ihre Art. Und dieses Mal verstehe ich; wortlos. Ich fühle sie. Wie die Erinnerungen, nur etwas geneigt, geradeso fremd und vertraut genug um die Erinnerungen an noch Kommendes zu sein, die ich nun schreibe.

Von manchen Ideen muss man sich vertrauensvoll auf unbestimmt trennen. So schön sie klingen, so schön sie sind und was sie an Abenteuern in der Tasche zu haben scheinen – es geht seit geraumer Zeit nicht weiter. Irgendwas.. ruckelt zu sehr. Die Ursache ist nicht auszumachen. Außer, daß die Zeit (noch?) nicht reif zu sein scheint.

Und auch wenn ich weiß, daß das Zusammenkommen jetzt nichts Endgültiges heißt, nichts verspricht, ist es mir die Brücke, die mich wo auch immer hin bringen wird. Die Titel sind nicht einfach so zurückgekehrt oder aus dem Nebenzimmer zu mir gekommen. Sie sind wichtig. Und hätten Besseres zu tun als nur auf mich zu warten.

Doch was weiß ich schon – vielleicht waren sie zwischenzeitlich bei anderen Kreativen zu Besuch, doch niemand wollte oder passte so wirklich. Ich bin ganz einfach dankbar, daß wir drei ungefähr dort weitermachen, wo wir aufgehört haben.